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Behütet reisen!

Trotz aller Widrigkeiten habe ich es doch nun tatsächlich nach Ha Giang geschafft!
Meine Maschine konnte ich heute Morgen nur bergab-rollend zum Laufen bringen, auch eine recht einfache, aber ebenso zuverlässige Methode.
Nachdem ich etwas durch die Gegend gespritzt bin zog ich mir erstmal im Kung Fu Restaurant einen Crepe rein, bevor meine Tagestour losgehen sollte.
Mit gefülltem Magen setzte ich mich gen Xin Man in Bewegung, da fing mein Hinterrad plötzlich merkwürdig an zu schlingern.

Platt.

Sowas aber auch, naja, besser jetzt, als später irgendwo im Nirgendwo. Im Ausrollen landete ich auch noch gerade vor der nächsten Werkstatt, die den Reifen im Nu wieder fitt gemacht hatte.

Ich habe zwar selbst einen frischen Mantel dabei, aber nichtmal eine Luftpumpe, zudem sind das beim Motorrad doch zwei oder drei Schrauben mehr als beim Fahrrad, ich weiss nicht, ob ich das überhaupt so hinbekommen hätte.

Aber – sei’s drum, mit nem Schlauch im Hinterrad und voll-getankt gings dann auf die Reise.

Die geteerte Strasse verließ ich recht schnell und jetzt wurde die Fahrerei schnell sehr spaßig.
Knietiefe Bäche kreuzen die Strasse, flossen über sie, oder wurden selbst zur Strasse, bergauf, bergab - über große Steine, felsigen Untergrund, feinen Kies, lehmigen Matsch, den etwas dunkleren groben Matsch, den, der glitischig aussieht, aber nicht so schlimm ist, und den, der nicht so fies aussieht, aber ganzschön gemein ist und - man hält es kaum für möglich, zwischendurch war auch mal wieder ein Stück Strasse mit dabei.
Am Straßenrand stets unbewohntes Gebiet mit Regenwald, Palmen und Wohnzimmerpflanzen im XXXXL-Format.
Als es mittendrin noch anfing zu regnen wurde das ganze noch eine Nummer rutschiger, aber das sind wir ja gewohnt.

Gute 60 Kilometer bin ich dann von Xi Man aus dem Weg nach Y Binh gefolgt, ohne zu wissen, wo oder was dieser Ort überhaupt ist.
Nach einer ordentlichen Rüttelpartie war ich froh, als ich kurz vor Y Binh wieder Strasse unter das Rad bekam. Kaum, dass ich wieder auf der Strasse war platzte dann schon wieder mein Hinterrad.
Zufall? Glaub ich nicht, da hat sicher wer anders seine Hand im Spiel, dass es glücklicherweise immer genau dann passiert, wenn es nicht weiter schlimm ist.
Auch dieses Mal war die nächste Werkstatt keine 50 Meter von mir entfernt.

Gott ist wirklich großartig!

Die letzten 40 Kilometer bis nach Ha Giang waren dann wieder geteert.

Mal sehen, was morgen kommt, für die Gegend nördlich von hier braucht man eine Reisegenehmigung, mal sehen, ob ich die ohne Pass an einem Samstag bekomme...

Die Bilder zum Tag gibts hier. bildervietnam

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